Paneuropa-Jugend gedenkt der Schlacht von Verdun im Ersten Weltkrieg

Verdun/Bayern (CH) Ende Mai unternahm die Paneuropa-Jugend Bayern unter der Leitung von Christian Hoferer eine Fahrt nach Verdun in Frankreich, um zusammen mit Vertretern aus der französischen Politik auf dem Schlachtfeld der 100. Jährung der berühmten Schlacht im Ersten Weltkrieg zu gedenken.

„Vor 100 Jahren haben junge Franzosen und junge Deutsche hier aufeinander geschossen. Heute ist es Eure Aufgabe und Eure Pflicht – für Franzosen und Deutsche – das gemeinsame Europa zu bauen!“ Diese Botschaft rief der Alain Terrenoire, Internationaler Präsident der Paneuropa-Union, am vergangenen Sonntag der zum Gedenken an die Schlacht von Verdun versammelten Paneuropa-Jugend zu. Die multinationale Delegation der Paneuropa-Jugend aus 8 europäischen Nationen (Frankreich, Deutschland, Italien, Tschechien, Rumänien, Kosovo, Ukraine und Venezuela) war einer Woche nach Verdun gekommen, um das entsetzliche Blutvergießen bei der Schlacht von Verdun im Jahr 1916 (Februar bis November) zu erinnern und um ein sichtbares Zeichen für den Frieden und die Aussöhnung der europäischen Völker zu setzen.Nach Besichtigung der Festungsanlage (Fort Douaumont) versammelte sich die Paneuropa-Jugend im Beisein von Alain Terrenoire, dem Internationalen Präsidenten der Paneuropa-Union, zu einer Gedenkstunde auf dem Soldatenfriedhof.

Der bayerische PEJ-Landesvorsitzende Christian Hoferer wandte sich auf Französisch an die Teilnehmer und erinnerte mit der Schuman-Rede, der Montanunion und der Versöhnungsgeste von François Mitterrand und Helmut Kohl an wichtige Stationen der deutsch-französischen Aussöhnung. Gerade in einer Zeit, in der EU-Skepsis und Extremismus in Europa erstarken, sei das deutsch-französische Zweigespann ein wichtiger Garant für den europäischen Frieden und die europäische Zusammenarbeit. Hoferer wies in diesem Zusammenhang auch auf die Entstehung der Paneuropa-Idee durch Richard Coudenhove-Kalergi hin, der diese 1923 als Antwort auf den Ersten Weltkrieg in seinem Manifest „Pan-Europa“ ausformulierte und zu ihrer Verwirklichung die bis heute aktive Paneuropa-Union gründete. Diese Idee sah die Schaffung einer Union der europäischen Staaten vor, um den europäischen Frieden zu garantieren und den Europäern die Möglichkeit zu erhalten, auch künftig in einer zunehmend globalisierten Welt eine ernstzunehmende Rolle zu spielen.

Lars Vrignon, Vertreter der Paneuropa-Jugend Frankreich, erinnerte in seiner auf Deutsch gehaltenen Ansprache an den Teilungsvertrag von Verdun im Jahre 843, durch welchen das große Karolingerreich in drei Einheiten geteilt wurde, aus welchen später Deutschland und Frankreich hervorgegangen sind. Mit fortschreitender Rivalität und der Bildung der Nationalstaaten sei auch der gegenseitige Hass gewachsen. 70 Jahre später sei es notwendig ein Geschwisterlichkeitsgefühl zu schaffen und Europa zu einen.Alain Terrenoire hielt abwechselnd in deutscher und französischer Sprache ein flammendes Plädoyer für die Einheit Europas. Er geißelte in seiner Rede Nationalismus, Populismus, Egoismus sowie Fremdenhass und rief die versammelte Jugend auf, mit Tatkraft die europäische Einigung voranzubringen. Im Anschluss an die Ansprachen legte die Gruppe gemeinsam ein Blumengesteck zum Totengedenken nieder. Den Abschluss der Zeremonie bildete eine Friedenskette aller internationalen Teilnehmer.