Paneuropa-Jugend für schnelle Visa-Freiheit und EU-Beitrittsperspektive für den Kosovo

XXX. Further Seminar vom 24. bis 26. November 2017

Bei ihrem diesjährigen Further Seminar, das in Furth im Wald (D) und in Pilsen (CZ) stattfand, hat sich die Paneuropa-Jugend Bayern entschieden für eine schnelle Visa-Liberalisierung für kosovarische Staatsbürger bei der Einreise in die EU sowie für eine baldige EU-Beitrittsperspektive für den jüngsten Staat Europas stark gemacht.

Deutsche und kosovarische Paneuropäer mit Atifete Jahjaga, Staatspräsidentin der Republik Kosovo a.D.

Zahlreiche Teilnehmer aus mehr als drei Nationen – darunter eine Reihe von hochrangigen Vertretern des Staates Kosovo – konnte der Landesvorsitzende Christian Hoferer am 24. November zum Eröffnungsvortrag im Hotel Hohenbogen in Furth im Wald begrüßen. Rückblickend lobte er die Bedeutung dieses Seminars, welches dieses Jahr zum 30. Mal stattfand. Als erstes referierte mit Dr. Konrad Clewing ein versierter Wissenschaftler vom Institut für Ost- und Südosteuropaforschung Regensburg über die Entstehungsgeschichte des kosovarischen Staates und des Nationalgedankens.

Paneuropäer fordern Visa-Freiheit und EU-Beitrittsperspektive für den Kosovo

Am zweiten Tag wurde von der Landesversammlung eine Resolution zur Zukunft des Kosovo in seinen Beziehungen mit der Europäischen Union verabschiedet, welche am Mittwoch, dem 29. November, an CSU-Europaparlamentarier in Brüssel übergeben wurde. In dieser Resolution fordert die Paneuropa-Jugend mit Nachdruck die EU und ihre Mitgliedsstatten dazu auf, den kosovarischen Staatsbürgern möglichst rasch Visa-Freiheit bei der Einreise in die Europäische Union zu gewähren. Auch sind Initiativen auf den Weg zu bringen, welche die Attraktivität europäischer, privatwirtschaftlicher Investitionen im Kosovo steigern. Außerdem sind die Kontakte zwischen dem Kosovo und den EU-Mitgliedsstaaten im Bereich Kulturaustausch sowie im schulischen und universitären Bildungswesen deutlich auszubauen.

Aber auch die Verantwortlichen in der Republik Kosovo sehen die jungen Paneuropäer in der Pflicht. Korruption, Nepotismus sowie Strukturen organisierter Kriminalität gilt es im erst 2008 von Serbien unabhängig erklärten Staat konsequent zu bekämpfen. Pressefreiheit im Land ist nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Praxis vollumfänglich zu gewähren. Zudem hat sich der Kosovo fortgesetzt um eine Aufarbeitung des Kosovokrieges sowie um Dialog und Versöhnung mit dem Nachbarland Serbien zu bemühen.

Ex-Präsidentin referiert über der Rolle der Frauen

Im Anschluss referierte die ehemalige Staatspräsidentin der Republik Kosovo, Atifete Jahjaga, über die Rolle der Frauen in der kosovarischen Gesellschaft. Hierbei betonte sie die bei der Gleichstellung von Frauen bereits erreichten Fortschritte, besonders in den Bereichen Politik und Polizei. Kosovarische Frauen seien heute auf diesen Feldern mehr denn je in der Lage, mit Stereotypen und Tabus zu brechen. Jahjaga selbst sei dafür das beste Beispiel. Für die Zukunft sei aber noch viel Arbeit in gesamtgesellschaftlicher Hinsicht nötig. Der Kosovo sei dabei auf die Unterstützung der EU angewiesen.

Anschließend wurden die Paneuropäer von Seiten der Stadt Furth im Wald zu einem Empfang im Rathaus eingeladen. Dort lobte Bürgermeister Franz Former in einer Ansprache das Engagement, das die politische Jugendorganisation für ein vereintes Europa aufbringe. Der Landesvorsitzende der Paneuropa-Jugend dankte der Stadt und dem Bürgermeister anschließend für die Unterstützung, die man durch sie bekommen habe, und betonte die Wichtigkeit des Further Seminars für die Paneuropa-Jugend.

Am Abend wurde das Seminar in die tschechische Stadt Pilsen fortgesetzt, wo eine Führung durch den Historischen Untergrund stattfand. Hier erfuhren die Teilnehmer mehr über die tschechische Metropole und ihre Jahrhunderte zurückreichende Geschichte.

Podiumsdiskussion mit Dr. Enver Hoxhaj, General Erhard Bühler und Bernd Posselt unter Leitung von Christian Hoferer (2. v. l.)

Bundeswehr-General und Staatsmänner diskutieren über die Zukunft des Kosovo

Am dritten Tag des Seminars begann die Paneuropa-Jugend den Morgen mit einer feierlichen Heiligen Messe in der Kathedrale St. Bartholomäus in Pilsen, welche von Dompfarrer Emil Sokoup durchgehend sowohl in deutscher als auch in tschechischer Sprache gehalten wurde.

Den Abschluss des Seminars bildete eine Podiumsdiskussion, an der der Vize-Premierminister der Republik Kosovo, Dr. Enver Hoxhaj, der Bundeswehr-General und vormalige Kommandeur der KFOR-Schutztruppe Erhard Bühler sowie der Präsident der Paneuropa-Union Deutschland, Bernd Posselt, teilnahmen. Hierbei entwickelte sich eine lebendige Debatte über die sicherheitspolitische und ökonomische Rolle des Kosovo in Europa sowie über die Zukunft des Landes als Beitrittskandidat zur EU und die Entwicklung des Kosovo seit seiner Unabhängigkeit. Mittelfristig brauche der Kosovo auch eine eigene Armee – ein Grundmerkmal eines souveränen Staates.

Fotos der Veranstaltung sowie der Text der Resolution können beim Landespressereferenten Frederik Ströhlein (frederik.stroehlein@paneuropajugend.de) angefragt werden.